„Wie weiter nach dem Missbrauch?“ – Starkes Echo nach Aufarbeitungsseminar

Liebe Burgfreunde,

20 Teilnehmer und Referenten folgten am zweiten Novemberwochenende der Einladung in die Jugendbildungsstätte Ludwigstein zum Seminar „Wie weiter nach dem Missbrauch?“. Es war wohl das erste Seminar der bündischen Jugend, welches unmittelbar die Möglichkeit eröffnete, mit Betroffenen aus ihren Reihen ins Gespräch über deren Wünsche und Forderungen in Hinblick auf die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu kommen. Es war aber auch für die meisten der Betroffenen die erste Möglichkeit, in einem größeren Kreis mit jenen zu sprechen, die sich in den Bünden für Aufarbeitung einsetzen. Zum Weiterlesen findet sich hier ein ausführlicher Seminarbericht.

Rund um die Veranstaltung gab es Pressebeiträge in der FAZ und der HNA, einen TV-Beitrag in der Hessenschau und einen Radio-Beitrag auf hr-info. Die Veröffentlichungen sind dokumentiert auf der Seite des Arbeitskreises „Schatten der Jugendbewegung“.

Eure Ansprechpartner für Rückfragen sind Selmar (selmar.sechtling@burgludwigstein.de) und Stephan (stephan.sommerfeld@burgludwigstein.de).

Einladung zur Arbeitstagung „Wie weiter nach dem Missbrauch?“ vom 8.-10. November 2019

Liebe Burgfreunde,

unter dem Titel „Wie weiter nach dem Missbrauch?“ lädt Euch die Jugendbildungsstätte herzlich zur Arbeitstagung zu sexualisierter Gewalt in der Jugendbewegung vom 8.-10. November 2019 auf die Jugendburg Ludwigstein ein.

Ein Wochenende lang wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, was passiert, wenn es zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gekommen ist. Das es in der Jugendbewegung dazu in größerem Maße gekommen ist, wurde spätestens 2019 mit dem Erscheinen des Buches „Ohne vorgehaltene Hand“ von Almut Widdershoven für jeden deutlich. Präventionskonzepte haben inzwischen fast alle Bünde und Verbände, aber reicht es aus, nur in die Zukunft zu schauen? Oder braucht es auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Gegenwart des eigenen Verbandes oder Bundes? 

Dazu haben wir den Autor, Supervisor und Dozent Andreas Huckele als Referent gewinnen können. Er war maßgeblich beteiligt an der Aufdeckung der Missbrauchstaten an der Odenwaldschule und hat dort eine große Menge Erfahrung gesammelt über jene Dynamiken, die auftreten, wenn sexualisierte Gewalt aufgedeckt wird. Weitere Arbeitsgruppen werden geleitet von Archivleiterin Dr. Susanne Rappe-Weber, Historikerin und Archivarin aus Eschwege, Sven Reiss (rosè), Kulturwissenschaftler aus Kiel und Annemarie Selzer (Schlumpf), Sozialpädagogin, Therapeutin und Mediatorin aus Kassel. Weitere Informationen zu Anmeldung, Tagungsbeitrag und Arbeitsgrupen findet Ihr im Faltblatt .

Wir freuen uns auf Eure Anmeldungen! 
Annemarie Selzer (Fachberatungsstelle Amani) 
& Stephan Sommerfeld (Jugendbildungsstätte Ludwigstein)

Jugendbauhütte gewinnt hessischen Ehrenamtspreis der Denkmalpflege

Liebe Burgfreunde,

die Jugendbauhütte Ludwigstein wird für ihren langjährigen Einsatz am Bau- und Kulturdenkmal mit dem 1. Platz des Hessischen Ehrenamtspreises der Denkmalpflege 2019 ausgezeichnet. Das Preisgeld beträgt 4.000.- Euro.

Ende Juni hatte eine 18köpfige Kommission unter Leitung des Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Markus Harzenetter, die Jugendburg Ludwigstein bereist und dem Wirken der Bauhütte attestiert: „Man merkt das unglaubliche Herzblut mit dem sich die Akteure mit der Burg identifizieren“.

Die Preisverleihung an Dirk Osmers, Parlier des Bauhüttenkreises, und Jule Stiebing, Schaffnerin des Raumpatenkreises, durch die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, findet am Dienstag, 20. August 2019 um 15:00 Uhr im Schloß Biebrich in Wiesbaden statt. Einen Tag später beginnt unsere Sommerbauhütte.

Wer am Ludwigstein im Bauhütten- und Raumpatenkreis, als Enno-Erbauer oder als Bauhüttenteilnehmer mitgebaut hat und an der Preisverleihung teilnehmen möchte, meldet sich bitte bei Stephan unter (stephan.sommerfeld@burgludwigstein.de).

Eindrücke vom 5. DreiEckenKreis

Liebe Burgfreunde,
der fünfte DreiEckenKreis versammelte 50 Unerschütterliche. Ein kleiner Kreis aus Bündischen und Burgfreunden, die der 34 Grad heißen Hitze trotzten und weder den Ferienbeginn in 5 Bundesländern noch das wenige Kilometer entfernte Schall&Rauch- Festival zum Anlass nahmen, nicht den Burgberg zu erklimmen. Dieser allerdings präsentierte sich den von Werleshausen bis aus den USA angereisten Teilnehmern geradezu märchenhaft. Kirschbäume mit Früchten zentnerschwer und ein Pizza und Kirschkuchen spuckender Backofen ließen sich grob mit der Prüfungswiese von Frau Holle assoziieren, zumal die Ludwigsteiner Burg heute tatsächlich Teil eines nach der Kissenschüttlerin benannten Geo-Naturparks ist.

Das sich im kommenden Sommer, Anfang Juli 2020, auf dem Ludwigstein nicht zum DreiEckenKreis, sondern zur Jubiläumsfeier „100 Jahre Jugendburg“ getroffen wird, zog sich wie ein Geschichte, Gegenwart und Zukunft verbindender Themenfaden durch das gesamte Wochenende. In der Eröffnungsrunde wurde an den drei Wochen zuvor von einem Rechtsextremisten ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erinnert, der 2012 zur Einweihungsfeier des Enno-Narten-Baus gesagt hatte: „Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass die Verantwortlichen von dieser Arbeit geprägt werden und ich glaube, dass dieses Haus, wenn es mit Leben gefüllt ist, dann werden sie reichlich belohnt für die vielen, vielen Stunden, die hier geleistet wurden.“ Am Samstagnachmittag standen anhand eines Reformkittels von Knud Ahlborn, Hugo „Fidus“ Höppners Lichtgebet, der Büste von Helmut Noack und einem Gemälde von Sepp Bestler Reichtum und Ambivalenz der Objektesammlungen des Archivs der deutschen Jugendbewegung im Zentrum einer Spezialführung.

Quasi durchgehend lenkte mit Anspielen und Diskussionen der Arbeitskreis 2020 des Ludwigsteiner Trägervereins VJL die Aufmerksamkeit auf das Festwochenende vom 3.-5.Juli 2020. Einem Brainstorming auf stiftebewerten Maltischen zufolge gäbe es in einem Jahr einen bunten TN-Kreis aus Schwarzzeltern, Ex-Zivis, Landrat und LGBTIQ*- Community die sich in einfachen und wertschätzenden Burgstrukturen zu Toleranz und Mannheimer Resolution bekennen, über den Ludwigstein zwischen Jugendbewegung, maximaler Bettenbelegung und Archiverweiterung diskutieren, den Grundstein zur Beräuner-Philharmonie samt Großschaukel setzen und nach Fassbier, Erbswurst und Riesenburgtorte mit einer Festschrift unter dem Arm die müllfreie Burg mit einer Zwergdohle als Schlüsselanhänger verlassen, nicht ohne sich einen allerletzten italienischen Espresso aus dem Hamburger Cafémobil genehmigt zu haben.

Drei weitere, sehr unterschiedliche, Arbeitsgruppen fesselten die TN gleichermaßen mit zupackender Magie. Im Werkstattraum konnten unter Schnippels Anleitung schmucke Ledertaschen an nur einem Tag selbst genäht werden. Neben dem Selbstkostenpreis zahlte man mit wunden Fingern und dickem Daumen. Im Schlepptau von Insektenpunk Inox Kappell zog ein kescherbewehrter Trupp stundenlang botanisierend durch Wald und Wiese und fand u.a. Waldameise (formica rufa), Siebenpunkt-Marienkäfer, Feuerwanze, Hornisse sowie den Gemeinen Schnellkäfer und die grüne Stinkwanze. Mit der Kreide in der Hand wurde im Anschluss das unter der Lupe identifizierte Getier zur Wissensfestigung auf den Asphalt der Ludwigsteinstrasse gezeichnet. Ohne Musik kein Bündischtreffen und so schulten Hellas und Fotler vom Zugvogel den Kreis im Singen von Silberspringliedern und erzählten die Legenden ihrer Schöpfung. „Viel Glück“ und „Kameraden sattelt ab“ wurden rasch zu Favoriten und vielleicht war die abendliche Singerunde auch deshalb so gelöst, weil ein Berufener die beiden zur inzwischen zugewucherten Ludwigsteiner Sonnenkanzel führte, dem Ort, an dem Alo „Trenk“ Hamm 1953 den Zugvogel, Deutscher Fahrtenbund, gründete. Der Bund nimmt nach den Erfahrungen des Krieges die absolute Gewaltlosigkeit in seine Statuten auf und Burgwart Walter Jantzen schreibt ihm in die Gründungschronik: „Mit dem Ludwigstein beginnen heißt, Verantwortung zu tragen, mehr als der Durchschnitt vermag.“

Zum DreiEckenKreis findet Ihr → hier eine Bilderstrecke.

Einladung in den DreiEckenKreis vom 28.-30. Juni 2019

Liebe Sippen, Horten und Gruppen, liebe Burgfreunde!

Wir möchten Euch vom 28.-30. Juni 2019 in den DreiEckenKreis auf Burg Ludwigstein zu Musik, Handwerk, Naturerleben und allerlei Austausch einladen. Mit der Verarbeitung von Bienenprodukten, dem Entdecken von Heilkräutern, Erster Hilfe auf Fahrt, Kirschkernkissen nähen, Ledertaschen herstellen und Bücher reparieren könnt Ihr Euch in Arbeitsgruppen mit Dingen beschäftigen, die man in der bündischen Draußenwelt gut gebrauchen kann oder haben muss.

Berufene Münder werden in einem Workshop den einmaligen Zugvogel-Musikschatz des Silberspring zum Klingen bringen und eine Liederauswahl mit Euch einproben. Parallel startet der Gründer des Geheimbundes Mensch-Insekt unter dem Titel „Leb doch wie eine Termite!“ zu einer Insektenbotanisierung rund um den Ludwigstein.

Samstagnachmittag folgt eine Objekteführung zu besonderen Archivarien durch das Archiv der deutschen Jugendbewegung und in einem Workshop stellt der „Arbeitskreis 2020“ der VJL seine Mitmachpläne für das 100jährige Jugendburgjubiläum im Jahr 2020 vor.

Die einzelnen Arbeitsgruppen mit ihren AG-Leitern stellen wir Woche für Woche auf unserer Facebookseite vor. Impressionen zurückliegender Veranstaltungen findet Ihr auf der Seite der Jugendbildungsstätte:
https://www.jubi-ludwigstein.de/jugendbewegung/dreieckenkreis/

Freitag, 28. Juni 2019
Anwandern, Lageraufbau
21:00 Uhr Begrüßung vor dem Enno-Narten-Bau
anschließend Singen am Feuer

Samstag, 29. Juni 2019
07:00 Uhr Schwimmzeit
08:00 Uhr Frühstück rund um die Sommerküche
(Selbstversorgung, Kaffee/Tee stellt die Burg)
09:00 Uhr Morgenrunde und Begrüßung (Selmar & Stephan)
Vorstellung der Arbeitsgruppen durch die AG-Leiter
10:00 Uhr Arbeitsgruppen:

  • Imkern und Bienenprodukte verarbeiten (Kafe)
  • Heilkräuterkunde (Anneh)
  • Erste Hilfe auf Fahrt (Gjorde)
  • Fahrtenkirschkernkissen nähen (Carolin)
  • Ledertaschen herstellen * (Schnippel)
  • Bücherwerkstatt (Heiner und Klaus)
  • Lieder lernen aus dem Silberspring (Fotler & Zugvögel)
  • Insektenbotanisierung (Inox Kapell)
  • Backen im Backofen (Carolin und Anton)
  • Küchenteam (Jim & Omo)

13:00 Uhr Mittagessen (Selbstversorgung, Pizza aus dem Backofen, Getränke stellt Burg)
Fortführung der Arbeitsgruppen:

  • Lieder lernen aus dem Silberspring (Fotler & Zugvögel)
  • Insektenbotanisierung (Inox Kapell)
  • Ledertaschen herstellen (Schnippel)

16:00 Uhr Schwimmzeit
17:00 Uhr Objekteführung durch das Archiv der deutschen Jugendbewegung
18:30 Uhr „100 Jahre Jugendburg“ Projektvorstellung des AK-2020
(Lisa, Hagen, Zippo u.a.)
20:00 Uhr Abendessen vom Küchenteam
anschließend Singerunde

Sonntag, 30. Juni 2019
07:00 Uhr Schwimmzeit
08:30 Uhr Frühstück rund um die Sommerküche und Aufräumen
(Selbstversorgung, Kaffee/Tee stellt die Burg)
11:00 Uhr Abschlußrunde

TN-Beitrag
Der Teilnahmebeitrag für den DreiEckenKreis beträgt 15 € pro Person. Unter 15jährige zahlen die Hälfte. Frühbucher bis zum 9. Juni zahlen einen ermäßigten Preis von 10 € (unter 15 Jahre 5 €). Der TN-Beitrag begleicht zwei Übernachtungen auf dem Zeltplatz, Kaffee und Tee zum Frühstück, das warme Abendessen am Samstag und die Arbeitsgemeinschaften. Materialkosten für die Werkgildenprodukte zum Mitnehmen (z.B. Ledertaschen) sind extra zu begleichen.

Anmeldung
Bitte meldet Euch und Eure Gruppe per E-Mail spätestens bis zum 23. Juni 2019 an und informiert Euch auf unserer Website über die auf der Burg geltenden Zugangskriterien. Vergesst nicht Fahrtengeschirr und Besteck. Der DreiEckenKreis ist bis 22 Uhr eine alkoholfreie Veranstaltung. Danach wird preiswert auch Bier ausgeschenkt. Das Mitbringen von Spirituosen ist nicht erwünscht.

Kontakt
Jugendbildungsstätte Ludwigstein, 37214 Witzenhausen Tel: 05542-501731, Mail: dreieckenkreis@burgludwigstein.de

Seid herzlich willkommen im DreiEckenKreis! Carolin, Anton, Lukas, Ben, Maria, Sebastian, Stefan, Kafe, Selmar, Stephan

Eure Ansprechpartner für Rückfragen sind Selmar (selmar.sechtling@burgludwigstein.de) und Stephan (stephan.sommerfeld@burgludwigstein.de).

Einladung zum Vortrag „Gründungsgeschichte des Ringes junger Bünde und Jugendbewegung in den 1960er/70er Jahren“

Liebe Burgfreunde,
im Rahmen der RjB-Gespräche laden Euch der Ring junger Bünde und die Jugendbildungsstätte ganz herzlich am Samstag, 16. Februar 2019, um 15 Uhr im Enno-Narten-Saal zu Vortrag und Diskussion ein. Referent ist Fritz-Martin Schulz, der zur Gründungsgeschichte des Ringes junger Bünde und über die Jugendbewegung in den 1960er/70er Jahren sprechen wird. Der Eintritt ist frei.

Fritz-Martin Schulz (FM) ist ausgebildeter Repro-Fotograf und unternahm als Schüler zahlreiche Wanderfahrten durch Deutschland, Europa und darüber hinaus. Nach dem Eintritt in den Nerother Wandervogel wurde er dort später Bauhüttenführer, war in den 1960er und 1970er Jahren Vertreter seines Bundes im Ring junger Bünde und wurde 1974 nach dem Tod von Karl Oelbermann schließlich Bundesführer mit Wohnsitz auf Burg Waldeck im Hunsrück. FM verantwortet als Vorsitzender des Nerother-Verwaltungsrates die Bereiche Jugendarbeit, Bauleitung, Auslandsfahrten und Vorträge zur historischen Jugendbewegung. Als Autor veröffentlichte er die Bücher „Die letzten Wandervögel“ und „Von der Straße geworben“.

Eure Ansprechpartner für Rückfragen sind Selmar (selmar.sechtling@burgludwigstein.de) und Stephan (stephan.sommerfeld@burgludwigstein.de).